25 Jahre Deutsche GVZ-Gesellschaft: Gute Entwicklung und neue Herausforderungen

Die deutschen Güterverkehrszentren (GVZ) sind ein Netzwerk von 35 Standorten mit 1.600 Unternehmen und 60.000 Beschäftigten. Die Bilanz ihrer bisherigen Entwicklung ist positiv. Die Vision für ihre Zukunft ist von neuen Herausforderungen geprägt.

Das war der Grundtenor der Jubiläumsveranstaltung zum 25jährigen Bestehen der Deutschen GVZ-Gesellschaft (DGG) am 22. Juni in Bremen. Die „Marke GVZ“ ist in Deutschland etabliert und findet international eine hohe Wertschätzung. Zur positiven Entwicklungsbilanz gehört auch, dass inzwischen 50 % des Kombinierten Verkehrs in Deutschland über die GVZ-Terminals durchgeführt werden. 650.000 t CO2 werden jährlich in den GVZ durch die Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene eingespart. Einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der GVZ hat die 1993 gegründete Dachgesellschaft DGG geleistet. Ihr gehören heute 22 Mitglieder an. „Zu den Meilensteinen der Unterstützung der GVZ-Entwicklung durch die DGG gehörte die Mitwirkung an der Erarbeitung der Bund-Länder-Grundsätze zu Güterverkehrszentren (GVZ) im Jahre 2001“, sagte Rüdiger Hage, Vorsitzender des Beirats der DGG.

Die Service-Funktion der GVZ im europäischen Maßstab stellte Pablo Hoya, President EUROPLATFORMS, in seiner Glückwunschbotschaft heraus. „Güterverkehrszentren sind der Schlüssel für eine effiziente Entwicklung der europäischen Logistikketten“, sagte Hoya. Der Ausblick für die Entwicklung der GVZ bis 2030 ist durch Digitalisierung in der Logistik gekennzeichnet. Das bedeutet, dass sich auch die GVZ verstärkt dem Zusammenwirken von Vernetzung, Automatisierung, Big-Data und Kunden-Fokus widmen müssen, postulierten die DGG-Geschäftsführer Steffen Nestler und Dr. Thomas Nobel. Zu den Zukunftsthemen, zu denen sich die DGG besonders bekennt, gehören intelligente intra-logistische Fahrzeuge, Blockchains und Cloud Logistics, Elektromobilität im Güterverkehr, autonomes Fahren und Urban Logistics. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt die DGG-Geschäftsführung die sich abzeichnenden Entwicklungstendenzen zu Multi-purpose Networks, zu den aus der zunehmenden Flächenknappheit in den GVZ resultierenden neuen Lösungen und zur Etablierung von 3-D-Druckerfarmen in den GVZ. Auf die Flächenknappheit reagieren einige GVZ, wie z. B. am Standort Nürnberg, mit Verdichtung durch Bauen in die Höhe, mit Revitalisierung alter Anlagen und mit dezentralen GVZ-Standortstrukturen.

Ein brisantes Thema in der Diskussion zur Zukunft der GVZ war der akute und sich weiter zunehmend verschärfende Fachkräftemangel. Ein Lösungsbaustein ist die DGG-Partnerschaft in dem vom Bundesministerium für Forschung und Bildung und der Europäischen Union geförderten Projekt „Maridal“, das den verstärkten Aufbau von Netzwerken für Integratives Digitales Arbeiten und Lernen sowie das verstärkte E-Learning für Logistikbeschäftigte in den Güterverkehrszentren zum Ziel hat. Ein weiteres Zukunftsthema mit Handlungsbedarf ist die Entwicklung auf dem Gebiet der Urban Logistics. Die GVZ müssen verstärkt ihre Rolle als Schnittstelle zur Ver- und Entsorgung von Ballungsgebieten über nachgelagerte Micro Hubs sowie Urban Consolidation Center ausbauen. Dazu gehören auch der kommerzielle Einsatz von Drohnen, sowie der Einsatz des Paketauslieferungs-Roboters in den städtischen Gebieten. Insgesamt hat die Veranstaltung zu ihrem 25jährigen Bestehen unter Beweis gestellt, dass die DGG zu den einflussreichen deutschen Communities der Verkehrswirtschaft gehört. Die Verkehrspolitik ist darauf angewiesen, für Gesetzentwürfe, Gutachten und Konzepte die Expertise der Fachverbände einzuholen. Die DGG, vertreten durch ihre Geschäftsführer Steffen Nestler und Dr. Thomas Nobel, nimmt diese Rolle mit fundierten und kompetenten Stellungnahmen aus der Sicht der GVZ-Interessen wahr.

Dr. Günter Teßmann
Schifffahrt Hafen Bahn und Technik Magazin (SUT)
Ausgabe 5|2018

25 Jahre Deutsche GVZ-Gesellschaft: Gute Entwicklung und neue Herausforderungen

Von| 2018-11-09T08:09:08+00:00 7. Nov 2018|

Kommentar verfassen